Das ultrageheime Kiwi Rezept

Wie in jedem Land, gibt es auch in Neuseeland ein geheimes Rezept für eine lokale Spezialität … und ich bin diesem Rezept auf die Schliche gekommen. Da ich allerdings keine Tratschtante bin, werde ich dieses Rezept natürlich für mich behalten, euch aber mit auf dessen Entdeckungsreise nehmen.

Ich habe mich mehrfach gefragt warum in den neuseeländischen Supermärkten die Tütensuppen in der Nähe der Chipspackungen stehen. Ich habe es als lokale Kuriosität abgetan und mich nicht weiter über diese Verkaufsstrategie gewundert. Doch mittlerweile habe ich das Rätsel gelöst:

Es begann damit, dass ich eines Abends eine Freundin bei ihren Gasteltern in Picton besuchte. Wir waren gerade mit dem Abendessen fertig und hatten noch einpaar Chips übrig als ihre Gasteltern dazu stießen. Stolz fragten sie mich, ob ich eine lokale Speise mit den Chips probieren möchte, nämlich den berühmt-berüchtigten Kiwi-Dip. Sowas konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen, fragte jedoch gleich ob es sich um einen Dip aus Kiwis oder von Kiwis oder für Kiwis handelte. Und wenn aus Kiwis dann aus dem neuseeländischen Menschen (und welcher Teil davon?), dem vom Aussterben bedrohten Vogel (welcher Teil davon?) oder 🥝der leckeren Frucht (da war mir klar welcher Teil😉). Doch sie sagten bloß das Rezept wäre geheim und ich sollte einfach mal probieren, was ich auch tat. 

Der Dip schmeckte gut; würzig und doch süßlich. Allerdings schmeckte er nicht nach der Kiwifrucht, grün war er auch nicht und überhaupt wurde anscheinend keine der drei Kiwi-Arten verarbeitet. Der Dip ist allem Anschein nach ein Produkt der berühmten „Kiwi Ingenuity“, eine Lebenseinstellung mit der man mit viel Einfallsreichtum und wenig Ressourcen möglich viel aus einer Sache macht oder rausholt. Und so wurde aus einer einfachen Tütensuppe und saurer Sahne ein leckerer Dip.

Tütensuppe für den Kiwi-Dip

Natürlich können sich daheim meine Familie, Freunde und Kollegen freuen, denn ich habe unauffällig das geheime Rezept verinnerlicht und werde keine Kosten und Mühen scheuen um auch bei uns diese exotischen Zutaten zu besorgen. Dann werde ich den Dip im Schweiße meines Angesichts kreieren und euch servieren, und wenn es das letzte ist, was ich zu kommenden Feierlichkeiten mitbringe!

Rezept für den ultrageheimen Kiwi-Dip

Warum schreibt sie eigentlich nicht?

Jaaa, also das ist so:

an vielen Orten bleibe ich meist nur ein oder zwei Tage. Wenn ich mich morgens bzw. vormittags gut ausgeschlafen auf den Weg mache, dann habe ich mir meist eine Reihe von Besichtigungspunkten ausgeschaut, die ich dann nach und nach abarbeite. Fertig bin ich dann meist am späten Nachmittag. Dann ist es auch höchste Eisenbahn einen netten Campingplatz zu suchen, denn die guten kleinen Freedom-Campingplätze füllen sich meist zwischen 17-18Uhr und viele reguläre Campingplätze schließen ihr Office für den Check-in auch gegen 18Uhr. Wenn ich dann etwas schönes gefunden habe, bereite ich den Bulli für die Nacht vor (Sachen umräumen& auf die Vordersitze packen, Bett aufbauen etc.) und beginne zu kochen, … auf der Südinsel natürlich in steter Gesellschaft von blutdurstigen Sandfliegen. Gegen 20Uhr beginnt die Dämmerungsphase und die Moskitos gesellen sich zu uns. Sobald die Sonne weg geht wird es oft richtig kalt (auch im Auto), gerne mal windig und mit etwas Glück kommen Regenwolken dazu, so dass es Zeit wird sich in den Bulli zurückzuziehen und sich die Route und die Ausflugsziele für den nächsten Tag auszusuchen. 

Und hier wird es nun etwas komplizierter:

Abgesehen davon, dass es im für die Nacht vorbereiteten Bulli recht unbequem ist zu schreiben und sich die Kälte nicht aussperren läßt, habe ich auch oftmals keinen Strom. Denn der Bulli hat keine zweite Batterie, und die Autobatterie  zapfe ich nur ungern an, vor allem wenn ich nur kurze Strecken fahre. Leider sind sowohl mein Handy als auch mein Tablet nicht so reisefreudig wie ich, und kränkeln mittlerweile rum: so verabschiedet sich mein Tablet gerne mal spontan und für mehrere Stunden, egal was der Akkustand sagt. Meistens kann ich noch die Bilder von der Kamera übertragen, in die Dropbox & auf den Social Media Seiten hochladen und einen Anruf nach Hause starten, aber dann wird es eng und mein Handy muss zur Reise und Routenplanung herhalten. Hinzu kommt, dass es auf etlichen Freedom-Campingplätzen keinen oder nur sehr schwachen Internet Empfang gibt.

Auf einem richtigen Campingplatz gönne ich mir ja manchmal Strom oder benutze die Steckdosen in den Gemeinschaftsräumen. Dort ist es aber auch meist so gesellig, dass ich nur die Geräte auflade und währenddessen mit anderen Campern quatsche. Tja, also bleiben eigentlich nur die Tage zum schreiben, wenn ich krank bin oder es zu doll regnet um etwas zu unternehmen. Ach was seh ich da; die Sonne☀️ kommt raus … ich bin dann mal weg!

Freedom Camping am Lake Pukaki
Lake Pukaki

Interessante Bekanntschaften: ‚Herman The German‘

Herman The German

In der Nähe von Thames, NZ campte ich an einem abgelegenen Platz direkt am Meer. Auf dem Campingplatz befand sich nur ein weiterer Camper und ein Kombi im Gebüsch. Irgendwann kam der Mann aus dem Kombi auf mich zu und begrüßte mich freundlich. Ich hatte zunächst mächtig Schwierigkeiten sein Englisch zu verstehen. Das lag wohl daran, dass es gar kein Englisch, sondern tiefstes Schwäbisch war und mein Gehirn sich erst umstellen musste. Einer der Bauarbeiter dem ich einen Tee angeboten hatte, hatte ihm wohl gesagt, dass ich Deutsche bin. 

Er stellte sich als ‚Herman The German‘ vor, und der Name war Programm. Herman war Ingenieur und ihn interessierte alles was mit Technik zu tun hatte: Bierbrauen, Milchmelkmaschinen, Bauarbeiten, Angeln, Autos … gefühlt alles.

Freedom Camping

Es wunderte mich sehr, dass Herman im Kombi auf dem Parkplatz übernachten wollte, denn der war eigentlich nur für unabhängige self-contained Fahrzeuge, das heißt Camper mit Frischwasser & Abwassertanks, Waschbecken, Toilette und Mülleimer. Diese werden an einer offiziellen Stelle zertifiziert und man bekommt das Zertifikat und den Sticker ans Auto geklebt. Mit diesen Fahrzeugen kann man an ganz vielen Orten in Neuseeland gratis campen und wer dagegen verstößt muss tüchtig Strafe zahlen.

Natürlich hatte Herman kein solches Zertifikat am Auto, welches ihm das Freedom Campen erlaubte. Seine Lösung: er fotografierte es sich von meinem Auto ab um sich demnächst selbst eins auszudrucken und bis dahin wollte er einfach so versteckt in den Büschen parken, dass ihn keiner sieht. Kann man natürlich so machen …

Der Ausflug

Außerdem meinte Herman es gäbe ja ganz in der Nähe öffentliche Toiletten und eine Barbecue-Station. Das wunderte mich, weil die auf meiner Camping-App gar nicht verzeichnet waren. Herman meinte dann er würde sie mir kurz zeigen, wir könnten eben mit seinem Auto vorbeifahren. Also für mich heißt ja ganz ‚in der Nähe’, dass man nachts mit drückender Blase fix hinlaufen kann, aber ich bin einfach mal mitgefahren.

Es stellte sich raus, dass die Toiletten ca. 3,5 Kilometer entfernt waren, also nichts wo man mal eben hinlaufen konnte (denn wenn man wegfährt ist die Chance groß, dass jemand anderes sich den Gratis-Campingplatz schnappt). Auf dem Rückweg wollte mir Herman unbedingt noch die lokale Brauerei in Thames  zeigen, die ein so leckeres, hopfiges Bier braute. Beim Eintreten sagte er nur „Da bin ich wieder “ und er wurde freundlich zurück gegrüßt; anscheinend hatte er hier bereits zur Mittagszeit tüchtig Bier verköstigt. Jetzt wusste ich auch wieder warum ich normalerweise nicht mit Fremden mitfahre. Naja, wo wir schon mal da waren, probierte ich ein kleines Bier und nachdem Herman seinen zweiten Krug geleert hatte, machte die Brauerei leider/zum Glück zu und wir fuhren zurück.

Ein merkwürdiger Autokauf

Auch in Neuseeland muss man sein Auto an einer KFZ-Stelle, bei der Post oder ähnlichem umschreiben. Dies geht total einfach und schnell. Herman war jedoch der Meinung das bräuchte man hier nicht, also hat er es auch nicht umgeschrieben. Hermans Vorteil: der Vorbesitzer muss alle Strafzettel bis zur Umschreibung bezahlen (und ich glaube da kommt so einiges auf ihn zu). Hermans Nachteil: der ehemalige Besitzer kann das Fahrzeug als gestohlen melden und dann muss er erstmal das Gegenteil beweisen. Fahrzeugpapiere wie bei uns gibt es nicht wirklich.

Aber auch der Kauf an sich schien mir dubios: Herman hatte seinen Kombi zu einem sehr günstigen Kurs erstanden und unter recht merkwürdigen Umständen von der bekifften Tochter des Vorbesitzers abgeholt, ohne den Verkäufer je gesehen zu haben oder die Hintergrundgeschichte des Autos recherchiert zu haben (das geht hier einfach online, per Email oder SMS). So entspannt und unbedarft muss man erstmal sein, dachte ich mir, und erinnerte mich an meine eigene lange Autokaufcheckliste.

Tausche Butter gegen Brot

Wieder auf dem Campingplatz angekommen, schaute sich Herman an, wie ich in meinem Camper Hängekörbe befestigte und meinte, ich solle doch mit seinem Auto weiter machen. Das lehnte ich dankend ab, gab ihm aber einpaar Meter von meiner Schnur, damit er sein Vorzelt verankern konnte. Irgendwann wurde ihm langweilig und er meinte so ohne Sprit wäre der Abend doch eher öde, also zog er nochmal los Wein oder Bier zu kaufen. Spät am Abend klopfte es dann an mein Fenster und Herman sagte, er würde sich gerade Spiegeleier braten, ob ich nicht noch ne Scheibe Brot für ihn hätte. Im Gegenzug hätte er eine kleine Portion Butter für mich. Also holte ich etwas Brot aus meiner Kühlbox und wir tauschten Butter gegen Brot.

Am nächsten Morgen war Herman fort und ich zog einige Orte weiter zu einem anderen hübschen Freedom-Campingplatz. Dieser war auch am Strand, aber belebter und mehrere Camper waren bereits da. Als ich dort am nächsten Morgen vor meiner Camper-Küche stand um mir einen Kaffee zu machen, kam plötzlich laut hupend ein Kombi auf den Platz gefahren. Da war er wieder, und heißes Wasser für Kaffee konnte er auch gebrauchen. Herman war schon seit den frühen Morgenstunden unterwegs und hatte von Fischern eine kaputte Kühlbox ergattert. Bei der Kühlbox war der Griff abgebrochen und Herman erinnerte sich daran, dass ich Werkzeug, Schrauben und Winkel da hatte um meine Camperküche etwas aufzupimpen. Sein Vorschlag: Er tausche eine Orange und ein angedetschtes Ei gegen Schrauben und einen Winkel. Zufällig hatte ich tatsächlich einen Winkel und Schrauben übrig, also tauschten wir erneut.

Nach der Reparatur zeigte er mich stolz einen abgerissenen Angelhaken mit Köder und Bleikugel, den er irgendwo gefunden hatte und mit dem er gerne angeln wollte. Da ich am Vorabend gesehen hatte, dass auf dem Platz ein passionierter Fischer war, schickte ich Herman zu ihm. Die Herren waren dann so beschäftigt, dass ich mich kurz verabschiedete und unauffällig weiterzog. 

Karma

Über den Wolken
Über den Wolken

Auf dem Weg nach Patagonien hatte ich mir hinten im Flugzeug einen schönen Platz am Gang reserviert und war auch beim Einsteigen zufälligerweise eine der ersten. Nach und nach kamen die anderen Passagiere an, und um mich herum waren viele Argentinierinnen, die einpaar Köpfe kleiner waren. Das hätte natürlich zur Folge, dass viele nicht richtig an die Gepäckfächer dran kamen und Schwierigkeiten hatten ihr überpacktes Handgepäck zu verstauen. Besonders geil war ein Herr, der sich direkt hinsetzte und bequem sitzend seiner kleinen Frau Anweisungen gab wie sie das Gepäck zu verstauen hätte. Die arme Frau kriegte ihre Tasche aber noch nicht mal auf die Höhe des Gepäckfachs gehoben. Der Steward im Gang schaute sich die Bemühungen der Passagiere gelangweilt an, machte aber keine Anstalten einzugreifen. Da ich ja eh nichts besseres zu tun hatte, dachte ich mir ich helfe mal aus. Also verstaute eine Tasche nach der anderen und die Ladies nahmen die Hilfe gerne an. So ging auch die Wartezeit zügig vorüber. 


Schmitzita vor dem Gletschersee

Kurz vor Abflug kam dann der Steward mit einer Frau und einem Kind im Schlepptau zu meiner Sitzreihe und sagte dem Kind es solle sich auf den Platz neben mich setzen. Der Mutter sagte er, sie solle doch ihren Platz neben dem Ehemann in der Flugzeugmitte einnehmen. Die Familie hatte bei der Sitzplatzauswahl wohl nicht die Hinweise gelesen, dass auf einigen Plätzen keine Kinder sitzen dürfen. Die Trennung von der Mutter fand das Kind total schrecklich. Es fing direkt an zu heulen und eine Szene zu machen. Da der Flieger ziemlich voll war, gab es auch keine zwei Plätze nebeneinander mehr. Bevor sich hier noch ein Drama abspielte, bot ich der Mutter meinen Platz an.

Fast hätte ich einen Platz am Notausgang bekommen, aber dort darf man keine Handtaschen haben und die Gepäckfächer waren bereits voll. Also wies der Steward mir einen anderen Platz am Gang zu.

Der Gletscher ‚El Tronador‘

Bei der Ankunft hatte ich allerdings die A-Karte gezogen, denn mein Rucksack befand sich noch im Gepäckfach über meinem alten Sitz am Flugzeugende. Also musste ich warten, bis alle anderen Passagiere an mir vorbeigegangen waren und konnte dann erst meinen Rucksack holen. Das war zwar etwas ärgerlich, aber dafür hatte ich meine gute Tat des Tages erledigt.

Am nächsten Tag hatte ich das ganze schon wieder vergessen, doch in der Stadt grüßten mich immer wieder Leute aus dem Flieger und eine Dame stellte mich begeistert ihrer Familie als Taschenhelferin und Platztauscherin vor.

Ein See im Gletscher-Nationalpark

Am nächsten Tag machte ich dann einen Tagesausflug nach San Martín de los Andes. Vor mir saßen zwei ältere Ladies, mit denen ich mich nett unterhielt und denen ich beim Aussteigen ab und zu eine Hand anbot. Insgesamt war die Reisegruppe ganz nett. Und der Ausflug war schön, aber auch anstrengend. Auf der Rückfahrt fragten mich dann die beiden Ladies, ob ich am übernächsten Tag Lust hätte einen weiteren Ausflug ins malerische Örtchen El Bolsón zu machen. Sie hatten den Ausflug schon gebucht, aber schon bereits zwei Tagesausflüge hinter sich und waren nun zu müde noch einen Ausflug zu machen. 

Der Gletscher und seine kleinen Schmelz-Wasserfälle

Eigentlich hatte ich ja nicht vor, noch so ein malerisches Dorf zu besuchen, sondern wollte mir den Gletscher „El Tronador“ im Nationalpark ansehen, aber einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Also hab ich das Angebot gerne angenommen und da der Ausflug für zwei Personen war,  hab ich direkt meiner Reisebekanntschaft aus Belgien gesagt, dass wir Ausflugspläne für meinen letzen Tag in Bariloche haben.

Wie es der Zufall so will, rief mich abends dann das Reiseunternehmen an und fragte ob wir nicht das ziel ändern könnten; anstelle des Dorfes zum Nationalpark und zum Gletscher. Volltreffer, da war ich sofort dafür! Manchmal muss man auch einfach nur mal Glück haben, irgendwie fügt sich schon alles.

Nach dem Ausflug habe ich den beiden Ladies als Dankeschön auch etwas Leckeres zu Knabbern und zu Trinken im Hotel hinterlegt, sie aber leider nicht mehr persönlich angetroffen.

Der Gletscher ‚El Tronador‘ und der Gletschersee


🎣 Fischers Schmitzita fischt frische Fische…🐟

Anglerbedarf gibt es in fast jedem Baumarkt, Supermarkt, Kiosk, Tankstelle und überhaupt fast überall auf der Coromandel Peninsula. Und da die Kiwis so begeisterte Angler sind, dachte ich mir, einen Versuch ist es ja Wert. 

Die Tatsache, dass ich eigentlich kein großer Fischesser bin, ab und an mal seekrank werde und ungerne Viecher um die Ecke bringe, habe ich einfach mal beiseite geschoben und mir auf einem Fischkutter einen Platz mit Angelrute und Köder gebucht.

Am nächsten Morgen um 5.45Uhr bin ich dann in Richtung Anleger los gedüst. Eigentlich sollte es erst um 7.00Uhr losgehen, aber der Kutter legte einfach mal um 6.30Uhr ab. Gut das ich so zeitig da war!

Mit Sonnenbrille, Hut und Handtasche betrat ich das Boot. Auf die Frage, wo ich meinen Fisch verstauen wolle, zückte ich nur meine Stofftasche. Daraufhin meinte der Skipper kopfschüttelnd, dass wir noch was anderes finden würden. Ansonsten befanden sich auf dem Boot nur Neuseeländer; Familien, Freunde, Pärchen … alle ausgestattet mit riesigen Kühltaschen und Angelzubehör.

Ausblick auf unsere Fischgründe: die Muschelfarmen

Zunächst fuhren wir etwa eine halbe Stunde zu den Fischereigründen. Ich setzte mich auf eine Bank, mit der Handtasche auf dem Schoß, als mir jemand sagte, ich solle die doch lieber beim Skipper in der Kajüte lassen, denn sonst würde die zugesaut. Auf meinen fragenden Blick meinte sie, es würden hier gleich vor Blut spritzen, Eingeweide flögen rum und überhaupt würde es hier hoch her gehen. Oha, auf was hatte ich mich da nur eingelassen?

Vorsichtshalber gab ich aber meine Handtasche beim Skipper ab. Als wir ankamen, zeigte mir der Skipper wie ich den Köder befestige und die Leine auf dem Grund sinken lasse. Die ersten Male fraßen die Fische nur meinen Köder ab (es gab lecker Tintenfisch-Köder), aber dann hatte ich gleich an beiden Haken Red Snapper. Leider waren sie beide etwas zu klein und ich warf sie zurück ins Wasser. Dann mussten alle ihre Leinen wieder einholen und wir wechselten die Fanggründe, denn den anderen waren die Fische auch zu klein.

Die Köder und deren Zubereitung 

Neben einem Muschelkutter fischten wir weiter. Ich fing einige Mackerels, die gerne als Köderfische genommen werden. Einen behielt ein Angler neben mir, den Rest warf ich wieder ins Wasser. Allerdings fing ich auch zwei ordentlich große Snapper. Diesen stolzen Fang behielt ich.

Eine Fischkiste von eier Maorifamilie aus Rotorua

Nach zwei Stunden waren dann alle Kisten voll, das gesetzliche Limit von sieben Fischen pro Person war erreicht und wir traten die Rückfahrt an.

Mein Fang

Netterweise filetierte der Skipper mir die Snapper direkt auf dem Boot und gab mir einen weiteren dazu. Jemand anderes auf dem Boot hatte für mich die restlichen fünf Fische gefangen, aber da sich der Fisch in meiner Kühlbox im Auto eh nicht lange hielt, überließ ich sie dem Skipper.

Eine Angel neben der anderen auf dem Kutter

Die Neuseeländer nutzen den Tag zum einen als Ausflug und zum anderen zum Auffüllen ihrer Fischvorräte, denn der erbeutete Fisch machte die Bootskosten mehr als nur Wett.

Memo an mich: 

Keine guten, sauberen Sachen zum Angeln anziehen, die stinken danach (auch die Schuhe!) 

Keine Tintenfische als Köder nehmen, denn die zermatschen beim Aufspießen und die Suppe läuft schön die Hände und Angel herunter. 

Die Möwen folgen uns und hoffen auf Köderreste


Meine Neuseelandreise

Auf meiner letzen Neuseelandreise hatte ich ja leider aufgrund der schlechten Straßenzustände und der mangelnden Zeit nicht alle Wunschorte besuchen können, deshalb habe ich mir diesmal mehr Zeit genommen und werde knappe drei Monate durchs Land reisen.

Der Plan ist mit einem gekauften Campervan diese Wunschorte zu bereisen und meine Lieblingsorte auch noch einmal zu besuchen.

Mit den Campervan möchte ich natürlich nicht nur durch die Gegend fahren, sondern auch auf den kostenlosen Freedom-Camping-Plätzen übernachten. Dafür brauche ich einen autarken Campervan mit Toilette und Wassertanks. Mein erstes Ziel ist die Coromandel Peninsula, dann kommt die Südinsel und eventuell noch  Northland.

Schmitzita in Neuseeland


Das Frühstücksei 🍳

In meinem Hostel in Córdoba gab es jeden morgen zum Frühstück einen Teller mit Toast, Marmelade und Rührei. Getränke und weiteres Frühstückszubehör gab es auf einem separaten Buffet-Tisch. Eines verschlafenen Morgens holte ich mir meinen Teller ab, setzte mich an einen Tisch und probierte das Ei. Es konnte noch ein kleines bisschen Salz vertragen. Da auf dem Tisch nur Zucker stand, holte ich mir ein kleines Tütchen vom Buffet-Tisch.

Hier muss man wissen, dass zur Zeit in Argentinien eine große ˋSalz- ist-ungesund´-Kampagne läuft mit der der Salzkonsum der Bevölkerung reduziert werden soll. Im Rahmen dieser Kampagne wurden die Salzstreuer von den Tischen der Restaurants verbannt und werden nur auf Nachfrage gebracht.🧂 Besonders beliebt ist auch eine Art Diät-Salz, das weniger salzig als das reguläre Salz ist (und man dementsprechend mehr davon braucht). Auch Pfeffer sucht man vergeblich, aber der ist anscheinend nur nicht so üblich wie in Deutschlands Küchen. So kommt es, dass etliche Speisen die Restaurantküchen oftmals kaum bzw. ungesalzen verlassen. Eigentlich eine lobenswerte Kampagne, denn nachsalzen ist ja recht schnell gemacht und wenn es die Gesundheit fördert, um so besser.

Was mich allerdings an diesem Morgen am Frühstückstisch wunderte als ich die extrem süße Marmelade probierte, war, dass interessanterweise wohl noch keiner auf die Idee gekommen ist, mal den enormen Zuckerkonsum ins Auge zu fassen. Und gezuckert wird in Argentinien ohne Ende, das fängt morgens mit dem Karamell-Brotaufstrich dulce de leche an und zieht sich durch alle quietsch süßen Gebäckteilchen im Laufe des Tages. Und obwohl man mir einem süßen Zahn nachsagt, bin ich gegen die geballte Süße der hiesigen Nachtische und Gebäckteile (wie den Alfajores-Keksen) oftmals nicht gegen angekommen und beließ es beim einmaligen probieren. Selbst das im Supermarkt gekaufte Vollkornbrot war gesüßt und auch das Rührei an diesem Morgen schmeckte süßlich.

Ich frühstückte weiter und zwei junge Mädels gesellten sich zu mir an den Tisch. Sie kamen aus einem Dorf in der Nähe und waren zum Feiern in die Stadt gekommen. Dies hatten sie anscheinend am Vorabend auch tüchtig getan, denn sie wirken extrem verkatert und verschlafen. Die Jüngere der beiden wunderte sich nur, wie man denn Ei zum Frühstück essen könnte, und knabberte an ihrem Marmeladentoast rum. Währenddessen versorgte ihre Schwester die beiden mit Kaffee. Verträumt stand die Jüngere daraufhin auf, holte sich ein Tütchen vom Buffet-Tisch und kippte das Pulver in ihren Kaffee. Erstaunt fragte ich sie, ob sie sich absichtlich Salz in den Kaffee geschüttet hätte. Dies verwirrte sie total und sie sah sich das Tütchen nochmal näher an. „Aber das ist doch Süßstoff!“, sagte sie. Und tatsächlich, in all den verschiedenen Tütchen auf dem Buffet-Tisch war Süßstoff drin, natürlich in der hier üblichen Pulverform. Ich hatte mir einfach das kleinste weiße Tütchen geschnappt ohne zu lesen was drauf stand. Kein Wunder, dass das Ei an dem Morgen so süß schmeckte. Salz hätte ich wohl nur beim Koch in der Küche bekommen.

Fazit Nr. 1: wenn man die Marken und Logos der Produkte nicht kennt, sollte man sich vielleicht doch besser die Beschriftung durchlesen, denn so manch eine Verpackung enthält etwas unerwartetes.

Fazit Nr. 2: einpaar kräftige Lacheinheiten am frühen Morgen wecken die Lebensgeister und vertreiben so manch einen Kater.

Ein Hundeleben in Argentinien

Straßenhund in El Calafate

Das es in Südamerika mehr Hunde auf der Straße gibt als bei uns, war mir schon vor der Abreise bewusst. Besonders im Norden in den kleinen Andendörfern gibt es verhältnismäßig viele freilaufende Hunde. Die meisten sind Mischlinge aus größeren Hunderassen und man kann das Erbgut von Schäferhunden, Pitbulls, Boxern, Labradoren und ähnlichem erkennen.
Doch die Situation ist zum Glück nicht so schlimm wie befürchtet und mein Eindruck ist, dass die Argentinier den Straßenhunden recht freundlich begegnen. Sie stecken den Hunden ab und an Essen zu, so dass die meisten doch wohl genährt scheinen. Auch vom Verhalten her sind die Hunde ziemlich entspannt, sie schlafen gerne mal mitten auf dem Bürgersteig, der Straße, in Restaurants oder Parks, und ganz selbstverständlich steigt man über sie drüber oder geht drum herum. In Patagonien sind auch etliche ältere Semester dabei und der ein oder andere davon hat sich tüchtig Winterspeck angefressen. Anscheinend gibt es hier auch Organisationen die sich um Kastration, Adoption und ähnliches kümmern.

Meine vierbeinigen Freunde in Tilcara, Argentinien

Meine vierbeinigen Freunde
Als ich ziemlich müde und orientierungslos im kleinen Andendorf Tilcara am Busbahnhof stand und verzweifelt versuchte meine Navigations-App ans laufen zu kriegen, setzen sich unauffällig ein großer Schäferhund und ein Mischling neben mich. Zunächst war ich skeptisch, doch die Hunde wirkten nicht bedrohlich. Trotzdem habe ich sie vorsichtshalber lieber erstmal ignoriert und mich bei Passanten nach dem Weg erkundigt.

Als ich mich dann auf den Weg machte, standen die Hunde auf und begleiteten mich. Das war mir sogar ganz lieb, da sie die andere bellende Hunde von mir fern hielten. Die Gegend, durch die ich marschierte, war abgelegen und wirkte doch etwas gruselig, aber allein durch ihre Präsenz sorgten die Hunde dafür, dass andere Fußgänger die passende Distanz zu mir einhielten. An der Unterkunft angekommen, hatte ich leider weder Essen noch Trinken für meine vierbeinigen Freunde, also bedankte ich mich mit einer kleinen Streicheleinheit.
Ich traf die Hunde noch mehrfach, zum Beispiel warteten sie noch vor meiner Unterkunft als ich mich etwas später ins Zentrum aufmachte um etwas essen zu gehen. Seit dieser Begegnung habe ich eigentlich immer etwas Hundefutter oder Leckerlis in meiner Handtasche.

Freundlicher Schäferhund in Tilcara

Mittlerweile weiß ich, dass die Straßenhunde in den Touristengegenden gerne mal Touristen begleiten und sich über Gesellschaft und Aufmerksamkeit freuen. Allerdings muss man wissen, dass nicht alle dieser Hunde besitzerlose Straßenhunde sind, viele haben durchaus ein Zuhause.
Nur die Mentalität was die Hundehaltung betrifft ist etwas anders: viele Leute halten hier Hunde zur Bewachung von Haus und Hof. Wie in Deutschland auch gehen manche Besitzer mit ihren Hunden spazieren. Und dann gibt es noch die Besitzer, die ihre Hunde alleine Gassi gehen lassen. Wenn den Hunden danach ist, schlüpfen sie durch Zaun oder Tor und drehen eine Runde durch die Stadt. Die Freiheit, die diese Hunde haben, ist unglaublich, denn sie können beliebig die Gesellschaft anderer Leute und Hunde suchen, spazieren so viel sie wollen und sich natürlich obendrein hier und da noch einen Snack abholen. Die Dorfbewohner können viele der Hunde ihren Besitzern zuordnen, auch ohne Halsband oder Markierung, und behandeln sie dementsprechend nett. Das Leben dieser Hunde wirkt total entspannt und schön. Vermutlich bräuchte ich hier meiner Katze nicht mit dem Spruch ˋdu sollst ja auch nicht leben wie ein Hund´ kommen.

Straßenhunde in Bariloche, Argentinien

Doch das freie Hundeleben hat auch seine Schattenseiten, wie zum Beispiel die Gefahr des Straßenverkehrs. Unschön sind auch die zahlreichen Hinterlassenschaften auf den Gehwegen und die allgegenwärtigen Bellkonzerte. Doch neben dem Verkehr, dem Lärm und der Hundescheiße gibt es noch ein weiteres Problem: nicht alle dieser Hunde sind wohlerzogen und Menschen oder anderen Tieren freundlich gesonnen. So sagte mir der Herbergsvater in Purmamarca auf meine Frage ob man abends sicher alleine durch die Straßen gehen kann, dass die Menschen kein Problem seien, aber man sollte auf die Hunde aufpassen.
Denn am selben Tag hatte es einen Vorfall mit einer Belgierin aus dem selben Hostel gegeben. Diese war zu einem beliebten Aussichtspunkt in dorfnähe hoch gestiegen und ist beim Abstieg wohl zu nah an einen Privatgrundstück/Privatweg entlang gegangen (nicht alle Wanderwege sind hier mit Schildern ausgestattet). Daraufhin wurde sie von fünf Hunden umrundet und dann attackiert. Drei der Hunde konnten der Hausbesitzerin in der Nähe zugeordnet werden und waren gegen Tollwut geimpft. Die anderen beiden Hunde, die sich wohl aus Spaß dazugesellt hatten, waren unbekannte Straßenhunde und höchstwahrscheinlich nicht geimpft. Am Frühstückstisch berichtete sie mir dann, dass, laut der Ärzte, in Argentinien und den Nachbarländern seit über einem Monat der Tollwutimpfstoff für Menschen ausverkauft ist, und sie trotz ihrer zahlreichen Bisswunden keine Impfungen bekommen würde. Ich habe erstmal drei Kreuze gemacht, dass ich die Tollwutimpfungen schon in Deutschland gemacht habe. An ihrer Stelle säße ich wahrscheinlich direkt im Flieger nach Hause, doch sie wartete ob die Polizei die beiden Hunde noch ausfindig machen würde.

Solche Beißattacken scheinen hier wohl keine Seltenheit zu sein, denn eine andere Reisende berichte mir zeitnah von einem ähnlichen Vorfall in ihrem Hostel in einer anderen Stadt. Wenn ich das richtig beobachtet habe, ist die Kombination freilaufend & Wachhund mit besonderer Vorsicht zu genießen, da die Hunde oftmals den Gehweg und die Straße als Teil ihres Territoriums sehen.
Allerdings scheint mir das Hundefutter in meiner Handtasche auch bei solchen Begegnungen nützlich zu sein, zumindest ließen sich die unentschlossen Hunde mit einer raschelnden Plastiktüte bisher gut ablenken und wurden doch eher neugierig.

Ein Tässchen Kaffee ☕️

Auf einem meiner ersten Ausflüge in Argentinien war ich natürlich typisch deutsch unterwegs und etwas überpünktlich am vereinbarten Treffpunkt angekommen. Die Reiseleiterin meinte dann es wäre wohl noch Zeit für ein Tässchen Kaffee, bis die anderen Leute eintrudeln. Also setzte ich mich ins Café und bestellte mir eine Tasse Kaffee.

Typisch argentinisch ließ man sich trotz des fast leeren Lokals tüchtig Zeit mit der Bestellung und ich war ganz froh, dass ich kein Essen dazu bestellt hatte, denn das wäre doch zu knapp geworden. Nach über einer Viertelstunde brachte mir der Kellner dann den Kaffee zusammen mit einem Gebäckteilchen und einem kleinen Gläschen Wasser. 

Ein Tässchen Kaffee mit einem Wasserglas

Das Gratis-Gebäckteilchen zum Kaffee kennt man ja auch in Deutschland. Irritiert war ich etwas wegen dem Wasser, denn das hatte ich nicht bestellt und nun fragte ich mich wozu es dienen sollte. Das Gläschen war winzig und die Öffnung oben etwas größer. Auch wenn es mir von der Form nicht wie ein normales Wasserglas erschien, probierte ich es. Allerdings schmeckte es nicht wie Mineralwasser und es hatte auch keine Kohlensäure, obwohl hier viel Sprudelwasser getrunken wird. Normalerweise würde ich ja in so einer Situation unauffällig die anderen Leute beobachten und nachahmen, aber es waren kaum Leute da und keiner hatte Kaffee mit Wasser. 

Meine nächste Idee: das ist Leitungswasser zum Finger sauber machen bevor ich das Gebäck esse! Allerdings hatte ich mir kurz zuvor im Bad die Hände gewaschen und die Argentinier waren mir bisher nicht als besonders aktive Hände/Fingerwäscher erschienen. Trotzdem rührte ich halbherzig meinen Finger im Wasser und aß dann das Gebäck. Als ich mich dem heißen Kaffee widmen wollte, kam die Reiseleiterin und sagte, dass wir jetzt gleich losfahren würden. Also schnappte ich mir kurzerhand das Glas Wasser und kippte es in den Kaffee. Dieser wurde dadurch von der Temperatur her gut trinkbar und da der Kaffee in Argentinien eh stärker ist, schmeckte er auch nicht wässrig.

Leicht belustigt über meine Aktion erklärte mir die Reiseleiterin, dass es in Argentinien üblich ist neben dem Kaffee ein Gläschen Saft zu servieren, falls der Gast Durst hat (Kaffee ist wohl kein Durstlöscher). Allerdings würde heutzutage auch immer öfter Trinkwasser statt Saft serviert, hauptsächlich aus Kostengründen. Also mit nem Gläschen Saft hätte ich sofort gewusst was zu tun ist! 😅

Das kommt mir spanisch vor!

Das argentinische Spanisch ist eigentlich ganz gut zu verstehen, vor allem wenn man weiß, dass der „j“-Laut „dsch“ ausgesprochen wird. Hinzu kommt noch eine Runde Vokabeln lernen, da es hier teilweise andere Bezeichnungen für Sachen gibt, zum Beispiel wird die Brille nicht „gafas“ sondern „anteojos“ (=vor den Augen) genannt. Die Argentinier verstehen zwar auch die spanischen Begriffe und den spanischen Akzent, es klingt für sie allerdings unglaublich versnobt und prollig. Andersherum muss ich wohl das ein oder andere argentinische Wort zu meinem Wortschatz hinzufügen, denn nicht alle sind so selbsterklärend wie Brille.

Mit Englisch kommt man hier nur bedingt weiter, denn in anderen Ländern ist das oftmals keine verpflichtende Fremdsprache, komischerweise auch nicht in den lateinamerikanischen Ländern.

Auf meiner Reise habe ich auch sehr nette Leute aus Brasilien kennen gelernt, und festgestellt, dass das brasilianische Portugiesisch doch einigermaßen zu verstehen ist, vor allem wenn sich beide Seiten bemühen. Und zur Not spielt man halt eine Runde Scharade und benutzt seine Gestik und Mimik. Eine weitere große Hilfe bei komplizierten Sachen und anderen Fremdsprachen ist die Übersetzungsfunktion der App Hostelworld, wo beide Seiten einfach ihre Nachricht aufs Handy quatschen und das spuckt dann die andere Sprache in Schrift- und Audio-Form aus. Lustig wird es nur bei Redewendungen und Umgangssprache.

Hier eine lustige kleine Geschichte was passiert, wenn man sich besonders intensiv aufeinander einläßt: Während eines lustigen Abends in der Bar habe ich mich mit meinen portugiesischen Freunden auf Spanisch unterhalten. Ein Spanier gesellte sich zu uns und sagte mir dann nach einer Weile, dass mein Portugiesisch echt gut wäre. Da war ich leicht verdutzt, denn eigentlich dachte ich ich hätte Spanisch gesprochen, zwar gespickt mit einpaar Worten anderer romanischer Sprachen, aber schon eine Art Spanisch. Das wollte ich ihm dann allerdings doch nicht sagen. Ein paar Tage später sagte ich dann meiner brasilianischen Freundin, dass ich ihr Portugiesisch von allen mit am besten verstehe. Ihre Antwort: „Das liegt daran, dass ich Spanisch spreche, so ein bisschen jedenfalls.“ Wir haben uns dann darauf geeinigt, dass wir anscheinend fließend Spangiesisch, „portuñol“ oder „espanés“ (portugés+espanol) miteinander sprechen.